Robert Beck

Robert Beck ist Dienstleister an der Gesundheit, so sagt er. Seit über 25 Jahren betreibt er das FITNESSHAUS in SCHAAN.

Wie könnte man das, was du machst, Robert, bezeichnen?
Ich bin einfach gesagt ein Dienstleister. Deshalb würde ich es „Dienst an der Gesundheit“ beschreiben.

Erzähl uns ein bisschen von der Vergangenheit. Wie bist du ins Fitnessgeschäft eingestiegen?
Ich wollte immer etwas im Sportbereich machen. Damals war  Sportlehrer mein Traumberuf. Meine berufliche Laufbahn war aber anders. Zuerst betrieben ein Kollege
und ich, einen Fitnessshop. In diesem Shop verkauften wir Sportnahrung, Fitnessgeräte und Zubehör . Aus diesem Shop wuchs 1995 das Fitness Studio.Ich habe mich selbstständig gemacht und  konnte ein sehr kleines Studio in Schaan übernehmen.

Was war deine Motivation, um ein Fitness Center zu eröffnen?
Die erste Motivation war den Fitnessshop, weiter zu führen. Wir hatten ihn damals, wie gesagt, zu zweit betrieben. Davon leben konnte man sicher nicht, deshalb habe ich  den Shop im Studio integriert und den Gerätepark erweitert.

Du hattest früher sicher Träume von deinem Fitness Studio. Träume, die sich jeder macht, wenn er ein so grosses Projekt angeht. Wie waren diese und wie haben sie sich bis heute verändert?
Es war ein Sprung ins kalte Wasser. Ich war noch mit meiner Ausbildung beschäftigt und ich wusste nicht, was kommt. Der Stellenwert vom Fitness war nicht der gleiche wie heute. Wenn man den  Begriff „Fitness Studio“ in den Mund nahm, dachte man eher an eine dunkle, kalte und unfreundliche Bude, in der Muskelprotze trainieren. Das Image hat sich geändert. Heute ist das Fitness offen für alle und ein Präventionsbereich.

Euer Angebot hat sich also erweitert. Es scheint alles gut gelaufen zu sein, sonst hättet ihr nicht an einen grösseren Standort gewechselt?
10 Jahre waren wir im alten Studio. Wir haben jeden Winkel in diesem Gebäude selbständig ausgebaut und erweitert, sodass wir den Platz bestens nutzen konnten. Jedoch fehlte es an anderen wichtigen Dingen: Zum Beispiel waren die Umkleidekabinen und Räume für Kurse einfach zu klein. So hat es sich ergeben, dass wir ins Industriegebiet gezogen sind.
Dieser Umzug hat dem Geschäft sehr gut getan, denn wir konnten relativ schnell die Mitgliederzahl verdoppeln. Besonders angenehm war die Tatsache, dass wir ein bunt gemischtes Publikum damit ansprechen konnten.

Robert, du arbeitest schon einige Jahre im Dienst der Gesundheit und hast viele Erfahrungen. Deshalb die Frage: Wenn du dir ein Fitness Studio aussuchen müsstest, auf was würdest du achten?
Um es vorweg zu nehmen – der Aufwand eines Fitness-Studios ist nicht zu unterschätzen. Trotzdem würde ich mir das Probetraining ansehen, das eigentlich jedes Fitness Center anbietet. Bei diesem Training sieht man die Räumlichkeiten. Man erkennt, ob das Personal arbeitet wie kompetent sie sind und wie die Geräte in Stand sind. Es sollte alles bestens funktionieren und alles hygienisch sein. Der Trainier sollte auf meine Bedürfnisse eingehen und mich leiten. Mit einem Training ist man aber noch nicht bedient. Deshalb würde ich fragen, wie es dann weitergeht, denn für meinen Mitgliedsbeitrag erwarte ich auch etwas. Leider ist so ein Check nur in der Fitnessbranche üblich- man stelle sich vor man könnte einen gratis Probehaarschnitt erhalten oder sein Fahrzeug zum Probeservice bringen!

Als Anfänger kann einem der Trainer vieles Glauben machen. Gibt es aus deiner Sicht Fitness Center, die eher geldorientiert anstatt kundenorientiert arbeiten? Fitness, die Lösungen anbieten, die nicht wirklich sinnvoll sind?
Die Frage ist schwierig zu beantworten. Der Gedanke, dass man besser definiert oder schlanker sein möchte, ist meist eine Motivationsfrage. Es ist sicher ein Zusammmenspiel von mehreren Faktoren, wie Ernährung, Bewegung, Entspannung. Wer hier die richtige Balance findet hat schon mal eine gute Ausgangslage. Es gibt kein Wundermittel, das auf ewig fit und schlank macht, ohne etwas zu tun. Wer das verspricht, der verspricht zu viel. Es besteht also weiterhin das Motto: „Ohne Fleiss kein Preis“. Das Fitness-Studio bietet hier mit seinen vielfälltigen Möglichkeiten einen Platz an dem man sich gezielt verbessern, oder nur seine Gesundheit und Mobilität erhalten kann.

Wohin geht der Fitnesstrend in Zukunft?
Die Besucher der Fitness Studios stellen eine breite Schicht dar. Ob alt oder jung – jede/r kann in seinem Leistungsbereich trainieren und sich verbessern. Wer etwas erreichen will, sollte beim Training motiviert sein. Deshalb wird vermehrt die Entwicklung gemessen. Mit der Pulsuhr kann ich meine Ausdauer überwachen und neuartigen Testsysteme zeigen auf wie man sich verbessert hat. Wieder selber die Treppe hoch zu laufen , den Alltag besser zu meistern, den Blutdruckwert zu senken uvm. Hierfür gibt es viele Beweggründe.
Eine andere Art von Gradmesser und im Trend ist das Training mit einem Personal Coach – hier hat man seinen Motivator ständig dabei.

Prognosen zu Folge wird es in der Zukunft mehr ältere Menschen geben. Bietet das Fitness Raum für diese Menschen?
Ob Jung oder Alt spielt keine Rolle. Grundsätzlich kann ein älterer Mensch auch das leisten, was in einem Fitness Studio geboten wird. Es braucht dafür kein spezielles Inventar. Ich bin teilweise sogar überrascht, was einige unserer über 70 jährigen Kunden leisten können und wollen. Das biologische Alter kann über das Fitness stark beeinflusst werden. Senioren müssen eher mehr betreut werden, aber die Arbeit mit ihnen macht Spass und der Erfolg ist offensichtlich!

Jetzt, wo wir bei den Altersstufen sind. Man hört immer wieder, dass einige zu jung für das Fitness sind. Ab welchem Alter ist das Fitnesstraining sinnvoll?
In der Wachstumsphase sollten gewisse Übungen im Fitness nicht durchgeführt werden. Ab 16 od. 18 Jahren kann man sicherlich durch einen Trainer geführt ins Krafttraining eingestiegen werden. Im Leistungssport ist es eine andere Situation. Dort muss das Kraft-training schon früher dosiert und gezielt einsetzt werden. Bei spezifischen Sportarten fallen weit grössere Aufwände für den Körper an als beim Studiotraining. Hier kann man durch Fitness, dann auch von einer Art Prävention und Schutz vor hoher Belastung sprechen.

Kommen wir nun zum FitnessHaus selbst. Robert, wenn ich das erste Mal ins Fitness komme, was muss ich beachten, was muss ich wissen?
Das erste ist sicher einen Termin zu fixieren, der eine Stunde dauert. Beim ersten Treffen wird eine Anamnese, ein Fitness-Check und eine Bedarfsanalyse durchgeführt. Selbst braucht es nicht viel Vorbereitung: Einfach lockere Kleidung mitbringen. Auf Wunsch können auch die gesamten Daten im Computer erfasst werden. Mehr muss der Kunde nicht machen. Das erste Training ist frei und unverbindlich. Beim zweiten Training erstellen wir ein Fitness Abo und einen Trainingsplan. Die Übungen werden nach einem intensiven Gespräch auf den Bedarf des Mitglieds angepasst. Der Trainingsplan ist am Anfang Pflicht und wird später immer wieder überarbeitet.

 

Wenn ihr beim Fitness-Check feststellt, dass etwas nicht stimmt, empfehlt ihr dieser Person einen Spezialisten aufzusuchen? Arbeitet ihr mit mehreren Spezialisten zusammen?
Ja, wir arbeiten mit anderen Spezialisten zusammen. Es ist uns aber trotzdem ein Ziel, diese Zusammenarbeit zu vertiefen. Momentan holen wir uns bei schwerwiegenden Fällen Hilfe. Die Arbeit der Fitness Center und der Spezialisten sollte aber auf jeden Fall ausgebaut werden. Auch wir müssen das verbessern. Es gibt vor allem bei Herz-Kreislauf-Patienten Fälle, die wir zuerst einem Spezialisten übergeben. Unser Testsystem erweist uns einen guten Dienst, denn es erkennt solche Probleme schnell.

Um die Qualität meines Trainings zu gewährleisten, erwarte ich kompetente Unterstützung. Sie meinten vorhin, dass der Trainier auf die jeweilige Person eingehen muss. Wie ist das Personal des FitnessHauses ausgebildet?
Alle haben die Ausbildung zum Fitnesstrainer. Teilweise mit dem Schwerpunkt Rücken und Wirbelsäule. Auch im Tiefenbereich, Beckenbodenmuskulatur haben wir ausgebildetes Personal. Einer unserer Schwerpunkte ist der Umgang mit der Power Plate. Das gesamte Personal ist in dieser Hinsicht gut geschult. Wir haben momentan zwei Praktikanten, die die eidgenössische Fachprüfung machen (2 Jahre Studium). Die Ausbildung ist sehr gut. Insgesamt muss aber ein Fitness nicht mit den Ausbildungen prahlen wollen. Es gibt einige Diplome, die sehr schnell erreicht werden können. Das finde ich schade, denn es mindert die Qualität der Fitness Szene insgesamt.

Im Vergleich zu den umliegenden Fitness Studios. Was macht das FitnessHaus in Schaan zu etwas Besonderem?
Ich denke nicht, dass wir etwas ganz Spezielles sind. Aber unser Angebot ist in sich sehr stimmig. Wir haben alles, was die Fitness Szene braucht. Seien es Kurse, eine Sauna, Solarium, der Fitnessshop, das Getränkelager und der Gerätepark. Auch die Preiskultur stimmt für uns und die Kunden. Ich würde auch sagen, dass die Umliegenden Fitness Center gut aufgestellt sind. Jeder hat sich auf einen anderen Kernbereich spezialisiert. Wir ver-suchen die Bedürfnisse unserer Kunden zu erkennen und uns stetig weiter zu entwickeln.
Ein gutes Team und Freundlichkeit liegt uns am Herzen. Wir sind sehr familiär und kennen unsere Kunden gut, obwohl wir recht viele Mitglieder haben. Wir gehen stets freundlich auf unsere Mitglieder zu und sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Ich bin stolz  auf mein Team und gerne ein Mitglied davon.

Vorhin haben wir über das Thema Zukunft gesprochen. Was plant denn das FitnessHaus für die Zukunft?
Gedanklich habe ich viele Ideen, aber die wären dann nicht ganz billig und auch platzmässig nicht immer umsetzbar. Die Fitnessindustrie ist ja recht erfinderisch und da muss man abwägen ob es nur ein momentaner Trend ist, oder eben sehr wichtig für den Fortbestand des Betriebs. Wir sind aber top ausgerüstet und haben einen modernen Gerätepark, alles weiter kommt wie es kommen muss!

Robert, wir sind am Ende des Interviews. Gibt es zum Schluss noch etwas, dass du loswerden möchtest?
Es ist so, dass ca. 6-10% der Bevölkerung  ein Abo in einem Fitness Center besitzen. Wenn man sich dazu entscheidet, ins Fitness zu gehen, sollte man motiviert sein und Durchhalte-willen zeigen. Denn nur so können Fortschritte gemacht werden. Aber auch die Fitness Studios dürfen, was die Pläne und die Betreuung anbelangt, gefordert werden, sodass das Beste herausgeholt werden kann. So entsteht eine Spirale nach oben. Wenn man sich einsetzt, wenn man trainiert, werden auch die Erfolge gut und ein wesentlich gesünderer Lebensstil verfolgt. Deshalb muss auch die Ernährung geachtet werden. Die Erfolge liegen zu grossen Teilen bei jedem selbst. Ein Grundsatz von mir ist: Man sollte Zeit und Geld nicht nur ins Auto und Haus investieren – sondern auch in seinen Körper, denn der ist die einzige Wohnung die wir  bis an unser Lebensende haben!